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Ratgeber

Energieausweis lesen und verstehen: So deuten Sie jeden Wert

Aufbau des Dokuments, Endenergie- und Primärenergiebedarf, die Farbskala mit den Klassen A+ bis H und die Modernisierungsempfehlungen verständlich erklärt.

Ein Energieausweis fasst die energetische Qualität Ihres Gebäudes auf wenigen Seiten zusammen – entscheidend sind der Energiekennwert in kWh/(m²·a) und die farbige Effizienzklasse von A+ bis H. Wer die Zahlen richtig deutet, erkennt sofort, ob ein Haus sparsam oder sanierungsbedürftig ist. Diese Anleitung zeigt Ihnen den Aufbau des Dokuments und was jeder Wert konkret bedeutet.

So ist der Energieausweis aufgebaut

Ein Energieausweis umfasst mehrere Seiten, die immer gleich aufgebaut sind. Auf dem Deckblatt finden Sie die allgemeinen Gebäudedaten und oben die Registriernummer, die jeder Ausweis beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) erhält. Diese Nummer belegt, dass das Dokument offiziell registriert wurde. Prüfen Sie zunächst diese Kerninformationen, bevor Sie sich den Kennwerten widmen:

  • Art des Ausweises: Verbrauchs- oder Bedarfsausweis, angekreuzt auf Seite 1
  • Gebäudedaten: Adresse, Gebäudetyp, Baujahr und wesentlicher Energieträger der Heizung
  • Ausstellungsdatum: daraus ergibt sich die Gültigkeit von 10 Jahren
  • Aussteller: Name und Qualifikation nach GEG

Die folgenden Seiten zeigen die eigentlichen Energiekennwerte samt Farbskala und darauf die Modernisierungsempfehlungen. Genau aus diesen Angaben – Art des Ausweises, Energieträger, Baujahr, Kennwert und Effizienzklasse – speisen sich auch die Pflichtangaben, die Sie später in einer Immobilienanzeige benötigen. So erkennen Sie Schritt für Schritt, wie das Gebäude energetisch einzuordnen ist.

Endenergie- und Primärenergiebedarf richtig deuten

Im Zentrum jedes Energieausweises stehen zwei Kennzahlen, beide in kWh/(m²·a), also Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Der Endenergiebedarf beziehungsweise -verbrauch gibt an, wie viel Energie dem Gebäude an seiner Grenze zugeführt werden muss – dieser Wert steht in engem Zusammenhang mit Ihren Heizkosten und lässt sich am leichtesten nachvollziehen. Der Primärenergiebedarf rechnet zusätzlich die vorgelagerte Kette aus Gewinnung, Umwandlung und Transport ein und bewertet so die Umweltwirkung des eingesetzten Energieträgers. Ein hoher Endenergiewert bei niedrigem Primärenergiewert deutet zum Beispiel auf erneuerbare Energien hin.

Aus dem Endenergiewert leitet sich die farbige Effizienzklasse ab. Der Pfeil auf der Skala reicht von grün (sparsam) bis rot (ineffizient) und macht die Einordnung auf einen Blick sichtbar:

  • A+ unter 30 · A 30–50 · B 50–75 · C 75–100 kWh/(m²·a)
  • D 100–130 · E 130–160 · F 160–200 kWh/(m²·a)
  • G 200–250 · H über 250 kWh/(m²·a)

Modernisierungsempfehlungen und die beiden Ausweisarten

Fast jeder Energieausweis enthält eine Seite mit Modernisierungsempfehlungen. Der Aussteller nennt dort kostengünstige Maßnahmen, mit denen sich die Effizienz verbessern lässt – etwa die Dämmung von Dach oder Fassade, ein Heizungstausch oder neue Fenster. Diese Empfehlungen sind rechtlich unverbindlich, geben Ihnen als Eigentümer aber wertvolle Hinweise für die Sanierungsplanung und für die Frage, welche Investition sich zuerst lohnt.

Ebenso wichtig ist, welche Ausweisart vorliegt, denn die Werte werden völlig unterschiedlich ermittelt:

  • Verbrauchsausweis: beruht auf den Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre und hängt vom Nutzerverhalten der Bewohner ab
  • Bedarfsausweis: wird rechnerisch aus Gebäudehülle und Anlagentechnik ermittelt und ist unabhängig vom Verhalten – dadurch aussagekräftiger

Vergleichen Sie Kennwerte deshalb nur zwischen Ausweisen derselben Art, sonst führt der Blick auf die Zahlen in die Irre. Als DENA-gelisteter und BAFA-zugelassener Energieberater stellt eco Energieberater beide Varianten bundesweit zum Festpreis aus und erklärt Ihnen die Werte auf Wunsch persönlich.

Häufige Fragen

Welche Werte stehen im Energieausweis?

Die zentralen Angaben sind der Endenergiebedarf beziehungsweise -verbrauch und der Primärenergiebedarf, jeweils in kWh/(m²·a). Hinzu kommen die farbige Effizienzklasse von A+ bis H, die Gebäudedaten, der wesentliche Energieträger der Heizung, das Baujahr sowie die Registriernummer des DIBt. Auf einer eigenen Seite finden Sie zudem die Modernisierungsempfehlungen.

Was ist der Unterschied zwischen Endenergie und Primärenergie?

Der Endenergiewert beschreibt die Energie, die dem Gebäude an seiner Grenze zugeführt werden muss, und hängt eng mit den Heizkosten zusammen. Der Primärenergiewert rechnet zusätzlich Gewinnung, Umwandlung und Transport des Energieträgers ein und bildet damit die Umweltwirkung ab. Beide Werte werden in kWh/(m²·a) angegeben.

Wie finde ich die Effizienzklasse im Energieausweis?

Die Effizienzklasse ergibt sich aus dem Endenergiewert und wird als Pfeil auf einer Farbskala von grün bis rot dargestellt. Klasse A+ liegt unter 30 kWh/(m²·a), Klasse H über 250 kWh/(m²·a). Je weiter der Pfeil im grünen Bereich liegt, desto sparsamer ist das Gebäude und desto niedriger sind in der Regel die Energiekosten.

Was bedeuten die Modernisierungsempfehlungen?

Die Modernisierungsempfehlungen listen kostengünstige Maßnahmen auf, die die Effizienz verbessern können, etwa Dämmung, Heizungstausch oder neue Fenster. Sie sind rechtlich unverbindlich, dienen Ihnen als Eigentümer aber als erste Orientierung, welche Sanierungsschritte sinnvoll sind und in welcher Reihenfolge sie sich lohnen.

Verbrauchs- oder Bedarfsausweis – welcher ist aussagekräftiger?

Der Verbrauchsausweis beruht auf den Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre und wird vom Nutzerverhalten beeinflusst. Der Bedarfsausweis wird rechnerisch aus der Gebäudehülle und Anlagentechnik ermittelt und ist unabhängig vom Verhalten, weshalb er meist aussagekräftiger ist. Vergleichen Sie Kennwerte nur zwischen Ausweisen derselben Art.

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