Fassadendämmung: Kosten, U-Wert und BAFA-Förderung im Überblick
Systeme im Vergleich, U-Wert-Anforderung und bis zu 20 % BAFA-Förderung – so planen Sie richtig.
Eine neue Fassadendämmung senkt Ihre Heizkosten spürbar, macht das Haus behaglicher und wertet die Immobilie auf – doch welches System passt, was kostet es wirklich und wie sichern Sie sich die BAFA-Förderung von bis zu 20 %? Dieser Ratgeber erklärt die gängigen Dämmsysteme im Vergleich, die entscheidende U-Wert-Anforderung und den richtigen Ablauf – damit Ihre Investition förderfähig bleibt und sich am Ende rechnet.
Fassadendämmung-Systeme im Vergleich
Welches Dämmsystem infrage kommt, hängt vor allem vom Aufbau Ihrer Außenwand, der gewünschten Optik und dem Budget ab. Für die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser kommen vier bewährte Varianten in Betracht:
- Wärmedämmverbundsystem (WDVS): Dämmplatten werden direkt auf das Mauerwerk geklebt und verputzt – der am häufigsten eingesetzte, wirtschaftliche Standard.
- Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF): Dämmung mit Luftschicht und robuster Bekleidung – langlebig, gestalterisch flexibel und feuchtetechnisch sehr sicher.
- Kerndämmung bzw. Einblasdämmung: Bei zweischaligem Mauerwerk wird der Hohlraum mit Dämmstoff ausgeblasen – schnell und besonders kosteneffizient.
- Innendämmung: Die Lösung, wenn außen nicht gedämmt werden darf, etwa bei Fachwerk oder denkmalgeschützten Fassaden.
Jedes System hat eigene Stärken bei Aufwand, Optik, Brandschutz und Bauphysik. Ein Fachbetrieb prüft Untergrund, Wandaufbau und Ihre Ziele und empfiehlt anschließend die wirtschaftlich und technisch passende Lösung für Ihr Objekt.
Was eine Fassadendämmung kostet
Eine belastbare Preisangabe pro Quadratmeter lässt sich erst nach einer Ortsbegehung machen – die Kosten hängen stark von Objekt und gewähltem System ab. Rechnen Sie je nach System und Objekt mit sehr unterschiedlichen Beträgen: Eine Einblasdämmung ins zweischalige Mauerwerk ist in der Regel deutlich günstiger als eine vorgehängte hinterlüftete Fassade mit hochwertiger Bekleidung.
Diese Faktoren bestimmen den Preis maßgeblich:
- Dämmsystem und Dämmstärke: abhängig vom U-Wert-Ziel und vom Dämmmaterial.
- Fläche und Fassadenform: Gauben, Erker und viele Fenster erhöhen den Aufwand.
- Untergrund: ein tragfähiger, ebener Putz spart Vorarbeiten.
- Gerüst: Höhe, Zugänglichkeit und Standdauer schlagen spürbar zu Buche.
Wichtig für Ihre Kalkulation: Die BAFA-Förderung senkt die förderfähigen Kosten um bis zu 20 %. Ein transparentes Festpreisangebot schafft Planungssicherheit, bevor Sie sich festlegen – so wissen Sie von Anfang an, welche Investition auf Sie zukommt und welcher Anteil förderfähig ist.
U-Wert-Anforderung, BAFA-Förderung und Ablauf
Damit die Förderung fließt, muss die gedämmte Außenwand die technische Anforderung von einem U-Wert ≤ 0,20 W/(m²K) erreichen. Ihr Fachbetrieb plant die Dämmstärke so, dass dieser Wert sicher eingehalten wird – ein zentraler Punkt, den Sie nicht dem Zufall überlassen sollten.
Gefördert wird die Fassadendämmung über die BAFA-Einzelmaßnahme (BEG EM): 15 % Grundförderung plus 5 % iSFP-Bonus ergeben bis zu 20 %. Förderfähig sind Kosten von 30.000 € je Wohneinheit und Jahr, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) sogar 60.000 €. Entscheidend ist: Der Antrag muss zwingend vor der Auftragsvergabe gestellt werden.
Der Weg zur geförderten Fassadendämmung in Kürze:
- Beratung und Bestandsaufnahme: Wandaufbau prüfen und das passende System festlegen.
- iSFP erstellen lassen: sichert den 5-%-Bonus und ist selbst zu 50 % gefördert.
- BAFA-Antrag stellen: immer vor der Auftragsvergabe.
- Umsetzung und Nachweis: Der Fachbetrieb dämmt, der geforderte U-Wert wird bestätigt.
Häufige Fragen
Welches Fassadendämmsystem ist das richtige für mein Haus?
Das hängt vom Wandaufbau ab. Bei einschaligem Mauerwerk ist ein WDVS Standard, eine hinterlüftete Fassade bietet mehr Langlebigkeit und Gestaltungsfreiheit. Zweischaliges Mauerwerk lässt sich oft günstig per Einblasdämmung füllen. Wo außen nicht gedämmt werden darf, etwa bei Denkmälern, kommt die Innendämmung infrage. Ein Fachbetrieb empfiehlt nach Ortsbegehung die für Sie passende Lösung.
Was kostet eine Fassadendämmung pro Quadratmeter?
Einen festen Quadratmeterpreis gibt es nicht – er hängt von System, Fläche, Untergrund und Gerüst ab. Je nach System und Objekt fallen die Kosten sehr unterschiedlich aus; eine Einblasdämmung ist meist günstiger als eine vorgehängte hinterlüftete Fassade. Ein Festpreisangebot nach Ortsbegehung schafft hier Klarheit über die tatsächliche Investition.
Wie hoch ist die BAFA-Förderung für die Fassadendämmung?
Über die BAFA-Einzelmaßnahme (BEG EM) erhalten Sie 15 % Grundförderung. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) kommen 5 % Bonus hinzu – zusammen bis zu 20 %. Förderfähig sind 30.000 € je Wohneinheit und Jahr, mit iSFP sogar 60.000 €. Wichtig: Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden.
Welchen U-Wert muss die gedämmte Fassade erreichen?
Für die Förderung gilt als Anforderung ein U-Wert von ≤ 0,20 W/(m²K) für die gedämmte Außenwand. Ihr Fachbetrieb legt die Dämmstärke so aus, dass dieser Wert sicher erreicht wird. Für die reine BAFA-Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle ist kein Energieeffizienz-Experte zwingend – für den iSFP-Bonus jedoch schon.
Lohnt sich der iSFP für den Bonus?
In vielen Fällen ja: Der individuelle Sanierungsfahrplan bringt 5 % zusätzliche Förderung und gilt 15 Jahre. Er wird über die BAFA-Energieberatung zu 50 % gefördert, sodass Ihr Eigenanteil bei maximal 650 € (EFH/ZFH) bzw. 850 € (MFH) liegt. Für den Bonus ist ein Energieeffizienz-Experte erforderlich.
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